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buddies
foto © andreas koch, 2017
buddies
yarisal & kublitz
andreas koch
02.11. - 01.12.2017
man könnte vielleicht so anfangen: sie trafen sich zum ersten mal in einer hotelbar zum frühstück im herbst 2006. yarisal & kublitz und andreas koch hatten jeweils ein sechswöchiges aufenthaltsstipendium im drake hotel in toronto, kanada. ein designhotel mit sehr schön gestalteten zimmern, die künstler-wohnungen waren dagegen im runtergekommenen nachbarhaus und eher rudimentär eingerichtet, amerikanisch, mit fundmöbeln, so schien es. jede nacht lärmte es trotz niedriger temperaturen von der partyterrasse des hotels bis in die frühen morgenstunden. einmal trat sogar der kanadische sänger beck zu einem unangekündigten gratiskonzert auf. alle waren sich dennoch einig, dass toronto zu den eher langweiligeren städten dieser welt zählt. das war zumindest der anfang. elf jahre später stellen die drei erstmalig gemeinsam im saasfee*pavillon aus.

in amerikanischen serienformaten wie friends oder frazier wird alltägliches häufig so überspitzt inszeniert, die normalität darin als so banal präsentiert, dass das ganze szenario ins surreale abdriftet.

hiervon inspiriert, verwandeln die künstler yarisal & kublitz gemeinsam mit andreas koch den ausstellungsraum des pavillons* in ein vermeintlich stereotypisches mittelamerikanisches eigenheim. es entsteht eine raumübergreifende inszenierung ihrer arbeiten, die mit einer vertrauten und zugleich befremdlich-beängstigenden atmosphäre spielt, in derer der besucher nur noch schwer zwischen kunst- und alltagsgegenständen zu unterscheiden vermag.

bereits seit 2003 untersuchen yarisal & kublitz mit ihren skulpturen genau jene mythen des alltags, mit denen sich die spätmoderne durch ihre metaphysische obdachlosigkeit zu retten versucht: popmusik, drogen, geld, sex, spiritualität und exotik. aus der inszenierung abstrakter und alltäglicher objekte und symbole, wie palmen, schallplatten oder dollarnoten, werden unter verwendung kostbarer materialien, reliquien und fetischobjekte, die uns mit ihrer besonderen aura zur verehrung auffordern.

gleichzeitig verweisen die arbeiten damit auch auf die ambivalenz der dinge in der welt: unheimliche, seltsam autonome assemblagen zeugen vom schmalen grat zwischen heiligem und profanem. Es entsteht ein dialog zwischen kontrasten: pop und gott, glanz und oberfläche, materialität und spiritualität.

ebenso kritisch geht andreas koch in seinen arbeiten der frage unserer wahrnehmung von räumen nach. Er kombiniert verschiedene medien, wie fotografie, malerei und skulptur, und verzerrt dabei ihre maßstäbe und bezüge. fotografien werden zu skulpturen und die grenze zwischen zwei- und dreidimensionalität scheint sich aufzulösen.

in der gemeinsamen ausstellung buddies veranschaulichen die künstler gemeinsam, dass alltagsgegenstände und kunstobjekte in einer dauernden wechselbeziehung und koexistenz zu einander stehen. sie fordern uns dazu auf, eigene entscheidungen bezüglich der wertigkeit von objekten zu treffen und unsere bisherige definitionen von wertschätzung zu überdenken.

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buddies
yarisal & kublitz
andreas koch
02.11. - 01.12.2017

wir laden herzlich ein zur ausstellungseröffnung

donnerstag, den 02. november 2017
19.00h

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about saasfee*

Der saasfee*pavillon ist ein Kunst- und Ausstellungsraum des Künstler-kollektivs saasfee* und versteht sich als Plattform für Kunst / Medien/ Design / Musik, insbesondere aber auch interdisziplinärer Projekte, dem Raumexperiment und der elektronische Musik.

Antrieb und Inspiration, den im Frankfurter Grüngürtel versteckten 70er Jahre Bau für Ausstellungen zu nutzen und als künstlerische Plattform umzufunktionieren erschließen sich schon aus den früheren Arbeiten. Seit Beginn der 90er Jahre initiiert saasfee* (vormals arosa2000) unter eigener Regie Ausstellungsprojekte, die das frankfurter netzwerk stärken und jungen aufstrebenden Künstlern die Möglichkeit geben sollte, ihre Arbeiten zu zeigen.

Im September 2014 wurde der saasfee*pavillon nun sechs Jahre. Damals eigentlich als temporäres Projekt geplant, ist das Projekt immer noch als vorübergehend zu verstehen und verfolgt rein künstlerische und idealis-tische Interessen. Das Experiment, sowie neue Strömungen in Kunst / Musik / Design stehen im Fokus aber auch der Pavillon selbst als Gesamt-inszenierung und die Möglichkeit einen Ort zu schaffen für Kunstschaffende und Kulturinteressierte. Initiiert und finanziert wird der Pavillon aus eigener Kraft und Mitteln sowie dem Einsatz der engagierten Künstler und Ge-stalter, die am Prozess beteiligt sind.

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